Deinen aktuellen Zustand verstehen

11.05.2026

Als erstes würde ich heutzutage alle Werte abnehmen um einen IST-Stand meiner Erkrankung zu dokumentieren. Damals habe ich das nicht gewußt.

Mein Onkologe nahm das große Blutbild ab, ohne Tumormarker, und hatte mir auch keine zusätzlichen Werte empfohlen. Erst im Laufe der Zeit habe ich erfahren, wie wichtig es ist, die richtigen Werte deines Körpers zu kennen. Denn hier setzt die Heilungsunterstützung ein. Dein Körper braucht ein optimales Verhältnis an Mikro- und Makronährstoffen. Wenn etwas fehlt oder zu viel ist, kann er sich nicht regulieren. 

Gerade bei Krebs sind einige Vitamine und Mineralstoffe im Körper sehr wichtig. Nicht zu viel und nicht zu wenig, das kannst du nur sehen, wenn du die Werte im Verlauf kontrollieren lässt.

Ein erster Schritt, um wieder Klarheit zu gewinnen, ist die Erstellung eines persönlichen Status quo – also einer ehrlichen Bestandsaufnahme der eigenen Situation. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Orientierung: Wo stehe ich aktuell körperlich, emotional und im Alltag?


Medizinische Ausgangssituation verstehen

Zu Beginn ist es wichtig, die eigenen medizinischen Fakten klar zu erfassen. Zögert nicht, Fragen zu stellen, auch wenn die Situation emotional belastend ist. Das Tumorboard und der damit eingehgehende Befund klärt deine Fragen zur Krebsart, Stadium, Therapieplanung. Weitere Fragen könnten klären, welche Nebenwirkungen auftreten könnten und welche Wechselwirkungen es gibt. Bitte nenne hier alle Nahrungsergänzungsmittel die du nimmst. Auch um die Krankmeldung und um die Termine fürs Staging musst du dich selbst kümmern, das erfolgt, in der Regel, nicht automatisch.

    Alle Unterlagen wie Arztberichte, Befunde oder CT-Bilder an einem Ort zu sammeln, hilft, den Überblick zu behalten.

Den körperlichen Zustand ehrlich einschätzen

Die Krebsdiagnose belastet den Körper stark. Eine ehrliche Selbstbeobachtung kann helfen, gezielt zu unterstützen: Wie hoch ist meine Energie im Alltag? Leide ich unter Müdigkeit oder Erschöpfung? Wie ist mein Schlaf? Gibt es Schmerzen oder andere Symptome? Wie ist mein Gewicht und meine Muskelkraft?

Dies liefert Anhaltspunkte, ob Ernährung, Bewegung oder Regeneration angepasst werden sollten.

Ich empfehle dafür eine Fitness Tracker, der deine wichtigsten Vitalwerte automatisch trackt.

Ernährung reflektieren

Die Ernährung hat großen Einfluss auf Wohlbefinden und Genesung. Bevor du große Änderungen vornimmst, verschaffe dir einen Überblick, ich nutze einen Tracker dafür um zu dokumentieren, was ich im Alltag tatsächlich esse und trinke und wie mein Körper auf bestimmte Lebensmittel reagiert.

Der Status quo ist hier kein Bewertungsinstrument, sondern eine Basis für mögliche Optimierungen.

Stress und emotionale Belastung wahrnehmen

Eine Krebsdiagnose betrifft nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Überlege dir daher, was dir aktuell die meisten Sorgen bereitet, hast du jemanden, mit dem du offen sprechen kannst?

Stressreduktion, Gespräche oder psychoonkologische Unterstützung können das Wohlbefinden spürbar verbessern.

Das soziale Umfeld betrachten

Unterstützung durch andere ist entscheidend. Gibt es jemanden der dich emotional unterstützt? Wer kann im Alltag helfen (z. B. Termine, Einkäufe, Kinderbetreuung)?

Oft zeigt sich, dass mehr Hilfe möglich ist, als man zunächst denkt.

Bewegung und Aktivität einschätzen

Auch moderate Bewegung kann während der Krebsbehandlung reduziert Müdigkeit, steigert das Wohlbefinden und erhält die Muskelkraft. Schon kleine Schritte und ein bisschen Sonne wirken positiv auf deinen Körper.

Innere Haltung und persönliche Ressourcen

Innere Stärke spielt eine große Rolle. Gibt es Kraftorte oder Tätigkeiten? Mir haben auch Spiritualität, Meditation, kreative Tätigkeiten oder Zeit in der Natur geholfen. 


Warum ein Status quo hilfreich ist

Ein persönlicher Status quo hilft, nicht alles gleichzeitig ändern zu wollen. Er zeigt, wo kleine, realistische Schritte möglich sind – sei es mehr Ruhe, Ernährung, Bewegung oder emotionale Unterstützung.

Blutuntersuchungen: Den Status quo im Labor abbilden

Ein großes Blutbild liefert wertvolle Einblicke in den Gesundheitszustand. Es hilft nicht nur, Vitamin- und Mineralstoffdefizite zu erkennen, sondern auch, den Verlauf der Erkrankung zu beobachten.

Wichtig: Nicht einzelne Werte sind entscheidend, sondern Trends über mehrere Untersuchungen.

Vitamin D

  • Messung: 25-Hydroxyvitamin D
  • Warum wichtig: unterstützt dein Immunsystem und das Zellwachstum; dieser ist bei uns meist niedrig
  • Zielwert: 50-80 ng/ml

Entzündungsmarker

  • CRP, Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
  • Zeigen Infektionen, Entzündungen oder Krankheitsaktivität an

Leberwerte

  • ALT, AST, GGT
  • Wichtig bei Metastasen oder Medikamentenbelastung

Nierenfunktion

  • Creatinin, Urea
  • Entscheidend für Medikamentenausscheidung

Eisenstatus

  • Ferritin, Transferrin, Eisen
  • Hinweise auf Eisenmangel oder entzündungsbedingte Anämie
  • Zu viel Eisengehalt, z.B. durch Rotes Fleisch,  kann das Krebsrisiko auch erhöhen

Vitamin B12, Folsäure (B9)

  • Unterstützen Blutbildung, Nervensystem und Zellregeneration

Schilddrüsenwerte

  • TSH, fT3, fT4
  • Wichtig für Stoffwechsel und Energiehaushalt

Blutzucker und Stoffwechsel

  • Glucose, HbA1c
  • Hohe Werte fördern Entzündungen und Zellwachstum

Tumormarker

  • Abhängig von Krebsart, z. B. CA 15-3 oder CEA bei Brustkrebs
  • Zur Verlaufskontrolle, nicht allein zur Diagnose

Mineralstoffe

  • Magnesium, Zink, Selen
  • Unterstützen Immunsystem, Zellschutz und Energieproduktion

Albumin – ein Schlüsselwert

Albumin gibt Aufschluss über:

  • Transportfunktion: transportiert Hormone, Medikamente, Mineralstoffe
  • Flüssigkeitshaushalt: verhindert Ödeme
  • Ernährungszustand: zeigt Eiweißversorgung und körperlichen Stress

Weitere Spezialuntersuchungen

Je nach individueller Situation können sinnvoll sein:

  • Omega-3-Index
  • Homocystein
  • Darmmikrobiom-Analysen
  • Cortisol-Tagesprofil

Quelle: "Krebs und Ernährung"

Mein Tumormarker lag im Sept. 25 bei 845!! Heute ist er im Normbereich.





Der Verlauf zeigt einen Gamma-GT Wert von 578 zu 494 und der Bilirubin Wert lag bei 23 im Oktober 2025 

 

Blutbild verstehen erhöhte Werte Bilirubin Aszites Bauchwasser

   

Share