Zucker und Süßungsmittel
Wenn man sich einmal mit dem Thema Zucker und Krebs beschäftigt, merkt man ziemlich schnell, wie widersprüchlich die Aussagen sind. Am Anfang hat mich das ehrlich gesagt total verunsichert. Auf der einen Seite heißt es, Zucker "füttert Krebs", auf der anderen Seite, dass er völlig unproblematisch ist. Mit der Zeit habe ich verstanden, dass beides so vereinfacht nicht stimmt.
Zucker verursacht keinen Krebs direkt – das ist wichtig zu wissen. Aber er beeinflusst Prozesse im Körper, die gerade bei hormonellem Brustkrebs und besonders mit Lebermetastasen eine Rolle spielen. Was dabei für mich der entscheidende Punkt geworden ist: Es geht weniger um den Zucker selbst, sondern darum, was er im Körper auslöst. Vor allem Insulin und bestimmte Wachstumsfaktoren können ansteigen, und genau diese Signale können auch Tumorzellen begünstigen. Dazu kommt, dass Zucker Entzündungen fördern kann und die Leber belastet – und die ist bei Metastasen ohnehin schon stark gefordert.
Ich habe für mich irgendwann beschlossen, nicht mehr in "verboten" und "erlaubt" zu denken, sondern eher in Mengen und Gewohnheiten. Komplett auf Zucker zu verzichten halte ich persönlich weder für realistisch noch notwendig. Aber ihn im Alltag zu reduzieren, macht für mich absolut Sinn. Ich versuche, mich grob im Bereich von etwa 20 bis 40 Gramm pro Tag zu bewegen, ohne mich dabei zu stressen. Es geht eher darum, nicht ständig versteckten Zucker zu essen.
Interessant fand ich auch, dass viele "gesündere" Alternativen wie Honig, Ahornsirup oder Dattelsirup am Ende im Körper ziemlich ähnlich wirken wie normaler Zucker. Sie enthalten zwar ein paar mehr Mineralstoffe, aber der Effekt auf Blutzucker und Insulin ist oft vergleichbar. Gerade wegen der Fruktosebelastung für die Leber gehe ich damit inzwischen genauso bewusst um wie mit normalem Zucker. Dattelsüße finde ich beim Backen trotzdem eine ganz gute Lösung, weil sie etwas natürlicher ist und durch die Ballaststoffe langsamer wirkt – aber auch hier gilt: es bleibt Zucker.
Schneller Käsekuchen
500 gr. Magerquark
2 Eier
1 Puddingpulver o. 25 gr. Stärke
100 gr. Frischkäse
10 gr. Flohsamenschalen
50 gr. Erythrid + 6g Chunky
Mischen und in eine 24cm x24 cm Form gießen
Obst drauf z.B. 400 gr. gefrorene Heidelbeeren
175 grad Umluft 35 Minuten - guten Appetit!
Was für mich wirklich einen Unterschied gemacht hat, sind Zuckerersatzstoffe. Besonders gut komme ich mit Erythrit klar. Es hat praktisch keinen Einfluss auf den Blutzucker und löst keinen Insulinanstieg aus. Für mich ist das inzwischen die einfachste Lösung im Alltag, zum Beispiel im Joghurt oder wenn ich etwas süßes backe. Der einzige Nachteil ist dieser leicht kühlende Geschmack, an den man sich aber gewöhnt.
Auch Xylit, also Birkenzucker, nutze ich gelegentlich. Er beeinflusst den Blutzucker deutlich weniger als normaler Zucker und ist auch für die Zähne gut. Allerdings vertrage ich größere Mengen nicht so gut, und man sollte unbedingt wissen, dass Xylit für Haustiere, vor allem Hunde, extrem giftig ist. Das ist wirklich wichtig, wenn man Tiere im Haushalt hat.
Tagatose finde ich ebenfalls spannend, weil es den Blutzucker kaum beeinflusst und sogar positive Effekte auf den Darm haben kann, aber es ist noch nicht so verbreitet und oft recht teuer. Galaktose spielt im Alltag dagegen kaum eine Rolle und ist für mich kein sinnvoller Ersatz. Inulin ist eigentlich kein Süßungsmittel, sondern ein Ballaststoff, den ich eher als Ergänzung sehe, weil er den Blutzucker stabilisieren kann und gut für die Darmflora ist.
Beim Backen habe ich gemerkt, dass reine Zuckerersatzstoffe oft nicht so gut funktionieren. Eine Mischung ist meist die beste Lösung, zum Beispiel Erythrit kombiniert mit etwas Dattelsüße oder auch mal ein wenig Honig für die Konsistenz. So bleibt es alltagstauglich, ohne dass man komplett auf Süßes verzichten muss.
Was ich für mich als wichtigste Erkenntnis mitgenommen habe: Es geht nicht darum, Zucker perfekt zu vermeiden, sondern darum, den Körper nicht dauerhaft in einen Zustand zu bringen, in dem Insulin ständig hoch ist und die Leber zusätzlich belastet wird. Gerade mit meiner Diagnose fühlt es sich sinnvoll an, dem Körper möglichst oft stabile Bedingungen zu geben.
Ich habe aufgehört, mich verrückt zu machen, und schaue stattdessen darauf, wie ich mich im Alltag fühle. Weniger Zucker, bewusst ausgewählte Alternativen und ein bisschen Flexibilität – das funktioniert für mich deutlich besser als strenge Regeln.
