Schmerzmittel – worauf achten?
Gerade bei einer Antihormontherapie habe ich schnell gemerkt, dass man selbst bei "harmlosen" Dingen wie Kopfschmerztabletten, Magenmitteln oder pflanzlichen Präparaten genauer hinschauen sollte. Vorher habe ich darüber nie nachgedacht. Man nimmt etwas gegen Kopfschmerzen oder Blähungen und geht automatisch davon aus, dass frei verkäufliche Mittel schon unproblematisch sein werden.
Das Problem ist nur: Viele Krebsmedikamente werden über die Leber verarbeitet — und genau dort greifen auch unglaublich viele andere Medikamente, Kräuter oder Nahrungsergänzungsmittel ein. Besonders wenn zusätzlich noch Lebermetastasen oder Medikamente wie Kisqali im Spiel sind, kann das relevant werden.
Was ich inzwischen besonders beachte, sind vor allem Wechselwirkungen über die sogenannten CYP-Leberenzyme. Manche Stoffe können dafür sorgen, dass Medikamente schneller abgebaut werden — dann wirken sie möglicherweise schlechter. Andere wiederum bremsen den Abbau, wodurch der Medikamentenspiegel zu stark ansteigen kann und Nebenwirkungen zunehmen.
Ein typisches Beispiel ist Grapefruit. Das klingt erstmal völlig harmlos, kann aber bei vielen Krebstherapien tatsächlich problematisch sein, weil es den Medikamentenabbau hemmt. Gleiches gilt teilweise für Bitterorange oder manche Detox-Produkte. Ich hätte früher nie gedacht, dass eine Frucht überhaupt Einfluss auf Krebsmedikamente haben kann.
Auch bei pflanzlichen Mitteln bin ich vorsichtiger geworden. Vor allem Johanniskraut ist bekannt dafür, dass es Leberenzyme stark aktiviert und dadurch die Wirkung bestimmter Therapien abschwächen kann. Gerade bei Antihormontherapie oder CDK4/6-Hemmern sollte man das wirklich nicht unterschätzen.
Bei Schmerzmitteln schaue ich inzwischen ebenfalls genauer hin. Paracetamol gilt zwar oft als magenfreundlich, belastet aber die Leber. Gerade wenn die Leber ohnehin schon mit Medikamenten oder Metastasen beschäftigt ist, würde ich es persönlich nicht dauerhaft hochdosiert nehmen. Ibuprofen kann wiederum Magen, Nieren und teilweise auch das Blutungsrisiko beeinflussen. Für gelegentliche Einnahmen ist das oft kein Problem.
Bei Blähungen oder Verdauungsproblemen wirken manche Mittel dagegen vergleichsweise unkompliziert. Produkte mit Simethicone, wie beispielsweise Lefax, wirken hauptsächlich lokal im Darm und haben meist kaum systemische Wechselwirkungen. Auch Fenchel, Kümmel oder Anis empfinde ich persönlich in normalen Mengen als eher mild — wobei ich bei hochkonzentrierten Extrakten oder Daueranwendungen trotzdem vorsichtig wäre.
Was ich inzwischen fast noch kritischer sehe als klassische Medikamente, sind viele Kombi-Präparate aus dem Internet. "Anti-Stress-Komplex", "Detox", "Hormonbalance", "Immunsupport" — oft steckt dort alles Mögliche gleichzeitig drin: Kräuter, Adaptogene, hochdosierte Pflanzenstoffe, manchmal sogar versteckte Stimulanzien.
Und genau da verliert man schnell den Überblick darüber, was eigentlich womit reagiert.
Besonders vorsichtig wäre ich bei: Johanniskraut, hochdosiertem CBD, Kava-Kava, Ashwagandha, Hopfenextrakten, Traubensilberkerze, Grapefruitprodukten.
Nicht automatisch, weil alles "schlecht" ist — sondern weil vieles davon Einfluss auf das Hormonsystem, die Leber, Enzyme oder Medikamentenspiegel haben kann.
Was ich für mich gelernt habe: Je komplexer die Therapie wird, desto weniger sinnvoll sind oft extreme Selbstexperimente. Ich versuche inzwischen eher ruhig und übersichtlich zu bleiben und lieber wenige Dinge bewusst einzusetzen, statt ständig neue Mittel zu kombinieren.
Aufschluss dazu gibt mir mein Blutbild, das ich monatlich abnehmen lasse. Dabei sehe ich, ob mir ein Präparat gut getan hat, oder nicht hilft.