Ketogene Ernährung bei Krebs
Ich habe mich viel mit Ernährung beschäftigt, und bin der Meinung das ist eins der am schwierigsten umzusetzenden Lebensgewohnheiten.
Von den meisten Krebspatienten, von denen ich auf Social-Media Plattformen gehört habe, ernähren sich Ketogen. Auch Dr. Coy , ein angesehener Krebs-Biologe, der TKTL1 entdeckt hat, hat in einem seiner Videos (https://dr-coy.info/mediathek/) darauf hingewiesen, dass Patienten die sich nach einer Erkrankung wieder Zucker und Kohlenhydrate zuführen, eine 500% Wahrscheinlichkeit haben, ein Rezidiz zu bekommen. 500%!!!
Für mich ist es also wichtig, mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Zu Hause funktioniert das ganz gut. Aber was ist im Urlaub und unterwegs zu beachten?
Gerade wenn ich unterwegs bin, kommt irgendwann der kleine Hunger und ich soll für die Familie was vom Bäcker holen. Nun haben die ja leckere Brötchen und Brezeln, die ich aber nicht immer essen will.
Ich habe mir daher überlegt, was für mich alltagstauglich umsetzbar ist und habe festgestellt, dass ich komplett ketogen nicht dauerhaft schaffe und für mich entschieden, dass ich es auch nicht unbedingt brauche. Ich habe mich auf eine Kohlenhydratarme Ernährung umgestellt.
Doch zunächst einige Einführung, was die ketogene Ernährung überhaupt ist.
Die ketogene Ernährung kann für Krebspatienten interessant sein, weil sie den Blutzucker senkt und den Körper dazu bringt, überwiegend Fett statt Kohlenhydrate zu verbrennen. Viele Tumorzellen sind stark auf Glukose angewiesen; eine kohlenhydratarme, fettreiche Ernährung könnte ihr Wachstum daher ungünstiger beeinflussen. Wichtig: ketogene Ernährung ist keine Krebsheilung, sondern kann – immer in Absprache mit Arzt oder Ernährungsfachkraft – eine ergänzende Strategie sein, um Stoffwechsel, Energie und Gewicht zu stabilisieren.
Eine ketogene Ernährung besteht aus viel gesundem Fett, moderaten Eiweißmengen und sehr wenig Kohlenhydraten. Typisch sind Gemüse mit wenig Stärke (z. B. Brokkoli, Zucchini, Spinat), hochwertige Öle, Nüsse, Samen, Avocado und etwas Fisch, Eier oder Fleisch. Brot, Nudeln, Reis, Zucker, Süßigkeiten und stark verarbeitete Produkte werden weitgehend gemieden. So bleibt der Blutzucker stabil, Heißhungerattacken nehmen ab und viele Menschen berichten über mehr geistige Klarheit und ein gleichmäßigeres Energielevel im Alltag.
Fett ist nicht gleich Fett. Gesunde Fette liefern Energie, unterstützen Hormone und Zellmembranen und wirken entzündungsmodulierend. Gute Quellen sind kaltgepresstes Olivenöl, Avocadoöl, Kokosöl, Nüsse, Mandeln, Walnüsse, Chiasamen, Leinsamen sowie fetter Fisch wie Lachs oder Makrele. Diese Fette enthalten überwiegend einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie mittelkettige Triglyceride, die der Körper gut verwerten kann. Sie passen hervorragend in eine ketogene Ernährung und können helfen, den Kalorienbedarf zu decken, ohne den Blutzucker zu belasten.
Weniger geeignet sind stark verarbeitete Fette und Öle, etwa gehärtete Fette in Fertigprodukten, Margarine mit vielen Zusatzstoffen, billige Pflanzenöle wie Sonnenblumen-, Mais- oder Sojaöl in großen Mengen sowie Frittierfette. Sie enthalten häufig viele Omega‑6‑Fettsäuren und Transfette, die Entzündungen fördern können. Auch stark angebratenes oder mehrfach erhitztes Fett ist problematisch. Der Unterschied liegt also nicht nur in der Menge, sondern vor allem in der Qualität und Verarbeitung des Fettes – deshalb ist Fett nicht gleich Fett.
Meine Lieblingsrezepte für zu Hause
Ketogener Gemüseauflauf mit Nusskruste (ohne Käse)
Zutaten für 2 Portionen:
- 1 kleine Zucchini und 1 kleine Aubergine, in Scheiben
- 1 kleine Brokkoliröschen-Handvoll, in kleine Stücke geteilt
- 2 EL Olivenöl oder Kokosöl
- 100 ml Kokosmilch (ungesüßt)
- 2 Eier
- 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
- Salz, Pfeffer, Kräuter (z. B. Thymian, Oregano)
- 50 g gemahlene Mandeln
- 30 g gehackte Walnüsse oder Haselnüsse
- 1 EL Kokosöl oder Olivenöl für die Kruste
Zubereitung:
- Backofen auf 180 °C vorheizen. Gemüse in einer Pfanne mit 2 EL Öl kurz anbraten, salzen und pfeffern.
- Gemüse in eine kleine Auflaufform geben. Eier mit Kokosmilch, Knoblauch und Kräutern verquirlen und über das Gemüse gießen.
- Für die Nusskruste Mandeln, Walnüsse und 1 EL Öl mischen, leicht salzen und über den Auflauf streuen.
- Etwa 25–30 Minuten backen, bis die Nusskruste goldbraun ist und die Eier gestockt sind.
Keto-Blumenkohlauflauf mit Kräuter-Nuss-Topping (ohne Käse)
Zutaten für 2 Portionen:
- 1 kleiner Blumenkohl, in Röschen
- 2 EL Kokosöl oder Ghee
- 2 Eier
- 80 ml Kokosmilch oder ungesüßte Mandelmilch
- 1 TL Senf (ohne Zucker)
- Salz, Pfeffer, Muskat
- 40 g gemahlene Haselnüsse
- 20 g gehackte Mandeln
- frische Kräuter (Petersilie, Schnittlauch), fein gehackt
- 1 EL Olivenöl für das Topping
Zubereitung:
- Blumenkohlröschen 5–7 Minuten in Salzwasser vorkochen, abgießen und gut abtropfen lassen.
- In eine gefettete Auflaufform geben. Eier mit Kokosmilch, Senf, Salz, Pfeffer und Muskat verquirlen und über den Blumenkohl gießen.
- Haselnüsse, Mandeln, Kräuter und Olivenöl mischen, über den Auflauf streuen.
- Bei 180 °C ca. 25 Minuten backen, bis alles leicht gebräunt ist.
Keto-Snacks für unterwegs
- Nussmischung aus Mandeln, Walnüssen, Macadamias (ungesalzen, ungeröstet).
- Kokoschips ohne Zuckerzusatz.
- Gemüsesticks (Gurke, Sellerie, Paprika) mit einem kleinen Schraubglas Guacamole oder Nussmus.
- Hartgekochte Eier mit etwas Salz und Pfeffer.
- Oliven in einer kleinen Dose oder einem Glas.
- Selbstgemachte Keto-Riegel aus Nüssen, Samen, Kokosraspeln und etwas Kokosöl (ohne Zucker, nur ggf. mit etwas Erythrit oder Stevia).
Solche Snacks helfen, den Blutzucker stabil zu halten und Heißhunger auf Süßes oder Bäckereiprodukte zu vermeiden. Wer gut vorbereitet ist, greift unterwegs seltener zu schnellen, kohlenhydratreichen Snacks und bleibt leichter in der Ketose. Besonders für uns Krebspatienten kann diese Stabilität im Alltag entlastend sein – immer vorausgesetzt, die Ernährung wird individuell angepasst und medizinisch begleitet.
Im Urlaub
Frühstück im Hotel
Meistens findet man überraschend viel:
Gut geeignet sind Eier, Omelett, Lachs, Käse, Naturjoghurt oder griechischer Joghurt, Avocado, Nüsse, Oliven, Gurke, Tomate, Butter, etwas Beeren
Eher vermeiden: Säfte, Marmelade, Croissants, süße Müslis, Pancakes, Fruchtjoghurt
Wenn du gerne etwas Süßes magst:
Naturjoghurt + Zimt + ein paar Nüsse + wenige Beeren funktioniert oft gut.
Im Restaurant
Die einfachste Regel: "Protein + Gemüse + Fett".
Zum Beispiel: Fisch mit Gemüse, Steak mit Salat, Hähnchen + Olivenöl, Garnelen, Antipasti, Salate mit Ei/Feta/Lachs, Gemüsepfannen, Sushi ohne Reis bzw. Sashimi
Du kannst fast überall einfach die Kartoffeln weglassen, das Brot liegen lassen oder Reis/Pasta tauschen gegen Gemüse
Das machen inzwischen viele Restaurants problemlos.
