Nährstoffe - konzentriert und natürlich
Für mich ist das Entsaften von frischem Gemüse eine schöne Möglichkeit, mehr Vielfalt und wertvolle Pflanzenstoffe in die Ernährung zu bringen. Besonders rote Bete, Karotten, Sellerie, Spinat, Ingwer und Kurkuma lassen sich wunderbar kombinieren. Dazu kommen Zutaten wie Gurke, Fenchel, Petersilie oder ein wenig Zitrone, die den Geschmack abrunden.
Mir gefällt an frisch gepressten Gemüsesäften vor allem die Vielfalt der Farben. Das kräftige Rot der roten Bete, das leuchtende Orange der Karotten und das satte Grün von Spinat und Kräutern zeigen, wie unterschiedlich die Pflanzenstoffe sind, die Gemüse mitbringt. Jede Sorte hat ihre eigenen Inhaltsstoffe, und genau diese Abwechslung finde ich so wertvoll.
Dabei ist mir eines besonders wichtig: Ein Gemüsesaft kann keine ausgewogene Ernährung ergänzen, es ist kein Heilmittel gegen Krebs und ersetzt weder eine Krebstherapie noch eine medizinische Behandlung. Gerade während einer Therapie darf Ernährung unterstützend sein, ohne dass sie zusätzlichen Druck erzeugt.
Warum ich rohes Gemüse so schätze
Rohes Gemüse bringt viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe mit. Einige dieser Inhaltsstoffe sind empfindlich gegenüber Hitze, weshalb es sinnvoll sein kann, Gemüse auch roh zu genießen. Gleichzeitig gilt: Nicht alle Nährstoffe sind roh besser verfügbar. Durch Garen können manche Pflanzenstoffe leichter aufgenommen werden, und auch gekochtes Gemüse hat deshalb seinen festen Platz in einer abwechslungsreichen Ernährung.
Beim Entsaften werden Flüssigkeit und ein großer Teil der wasserlöslichen Inhaltsstoffe aus dem Gemüse gewonnen. Je nach Gerät und Zutaten bleiben allerdings unterschiedlich viele Pflanzenfasern zurück. Deshalb ist Saft nicht ganz dasselbe wie das ganze Gemüse: Ballaststoffe gehen teilweise verloren, und man kann größere Mengen Gemüse trinken, als man normalerweise essen würde.
Ich sehe frisch gepresste Säfte daher als Ergänzung und nicht als Ersatz für Gemüsemahlzeiten. Wer den Saft mit etwas Fruchtfleisch trinkt oder den Trester weiterverwendet, kann außerdem einen Teil der Ballaststoffe behalten.
Chlorophyll – das grüne Lebenselixier der Pflanzen
Verantwortlich für das satte grün von Spinat und anderen grünen Gemüsesorten ist unter anderem Chlorophyll, der grüne Pflanzenfarbstoff, den Pflanzen für die Photosynthese benötigen. Mit seiner Hilfe können sie Lichtenergie nutzen, um aus Wasser und Kohlendioxid energiereiche Verbindungen aufzubauen.
Chlorophyllreiche Lebensmittel wie Spinat, Petersilie, Grünkohl, Mangold und bestimmte Kräuter liefern gleichzeitig weitere wertvolle Inhaltsstoffe, beispielsweise Folat, Vitamin K und verschiedene Carotinoide.
Warum ist das für uns interessant? Eine Ernährung mit viel verschiedenfarbigem Gemüse wird mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Die enthaltenen Pflanzenstoffe tragen gemeinsam mit Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen zu einer ausgewogenen Ernährung bei.
Wichtig ist allerdings, zwischen den Eigenschaften einer Pflanze und einer nachgewiesenen Wirkung beim Menschen zu unterscheiden. Chlorophyll wird häufig als besonders gesund beworben. Es gibt jedoch keine belastbaren Belege dafür, dass chlorophyllreiche Säfte Krebs behandeln, Tumoren verkleinern oder eine Krebstherapie wirksamer machen. Ich finde, man darf die faszinierende Welt der Pflanzen schätzen, ohne ihnen Wirkungen zuzuschreiben, die wissenschaftlich nicht belegt sind.
Die wichtigsten Zutaten für meinen Gemüsesaft
Jede Zutat bringt ihren eigenen Geschmack und ihre eigenen Inhaltsstoffe mit. Ich mag besonders Kombinationen, die überwiegend aus Gemüse bestehen und nur durch kleine Mengen Obst ergänzt werden.
Rote Bete gehört für mich zu den spannendsten Zutaten. Es ist auch ausgezeichnet für die Leber. Ihre intensive Farbe verdankt sie unter anderem den Betalainen, einer Gruppe von Pflanzenfarbstoffen. Außerdem liefert sie Folat und andere Nährstoffe. Ihr erdiger Geschmack passt wunderbar zu Karotten, Apfel und Zitrone.
Karotten bringen eine natürliche Süße mit und enthalten Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Vitamin A ist unter anderem wichtig für die normale Funktion des Immunsystems und für die Sehkraft.
Sellerie und Gurke sorgen für Frische und einen milden Geschmack. Sie enthalten viel Wasser und eignen sich gut als Basis, wenn mir ein Saft aus Roter Bete oder Karotten zu intensiv schmeckt.
Spinat, Petersilie und Grünkohl sind meine grünen Zutaten. Sie enthalten Chlorophyll und liefern je nach Sorte unter anderem Folat, Vitamin K und weitere Pflanzenstoffe. Schon eine kleine Handvoll kann die Farbe und den Geschmack eines Saftes deutlich verändern.
Ingwer bringt eine angenehme Schärfe mit. Er enthält Gingerole und weitere charakteristische Pflanzenstoffe. In kleinen Mengen passt er gut zu Karotten, Gurken und Zitrone. Wer empfindlich auf Schärfe reagiert oder unter Übelkeit, Sodbrennen oder einer gereizten Mundschleimhaut leidet, sollte vorsichtig ausprobieren, ob er Ingwer verträgt.
Kurkuma ergänzt den Saft mit seiner goldgelben Farbe. Der enthaltene Pflanzenstoff Curcumin wird intensiv erforscht. Allerdings sind die Ergebnisse aus Laboruntersuchungen nicht mit einem Nachweis gleichzusetzen, dass Kurkuma oder Curcumin Krebs beim Menschen behandeln kann. Ich verwende Kurkuma deshalb als Gewürz und nicht als Krebstherapie.
Auch Fenchel, ein wenig Zitrone, frische Minze oder eine kleine Menge Apfel können eine schöne Ergänzung sein. Bei Obst halte ich es gern maßvoll, damit der Saft nicht zu süß wird.
Warum ich einen Slow Juicer bevorzugen würde
Wenn ich mir einen Entsafter anschaffen würde, wäre ein Slow Juicer für mich eine interessante Wahl. Diese Geräte arbeiten mit einer Pressschnecke, die Gemüse meist langsam zerkleinert und auspresst, anstatt es mit einer schnell rotierenden Zentrifuge auszuschleudern.
Das hat praktische Vorteile: Viele Slow Juicer kommen gut mit Blattgemüse, Kräutern und festem Wurzelgemüse zurecht. Je nach Modell lässt sich eine gute Saftausbeute erzielen, und der Saft wird häufig mit vergleichsweise wenig Schaum gewonnen.
Wichtig ist mir dabei aber, realistisch zu bleiben. Ein Slow Juicer macht einen Saft nicht automatisch gesünder. Wie viele Vitamine und andere Pflanzenstoffe erhalten bleiben, hängt unter anderem von der Zutat, dem Gerät, der Verarbeitung und der Lagerung ab. Auch ein langsam gepresster Saft enthält weniger Ballaststoffe als das vollständige Gemüse.
Ich würde deshalb auf ein gut zu reinigendes Gerät achten, das sich leicht auseinanderbauen lässt. Gerade bei frischen Säften ist Hygiene wichtig. Gemüse und Kräuter sollten gründlich unter fließendem Wasser gewaschen, beschädigte Stellen entfernt und die verwendeten Geräte sorgfältig gereinigt werden.
Am besten trinke ich den Saft möglichst frisch. Falls etwas übrig bleibt, gehört er direkt in ein sauberes, verschlossenes Gefäß in den Kühlschrank und sollte zeitnah verbraucht werden.
Wie oft würde ich frischen Gemüsesaft trinken?
Für mich wäre Regelmäßigkeit wichtiger als eine möglichst große Menge. Ein kleines Glas mit ungefähr 100 bis 200 Millilitern kann für viele Menschen eine praktische Ergänzung sein. Es gibt allerdings keine wissenschaftlich etablierte Saftmenge oder Trinkhäufigkeit, die bei einer Krebserkrankung nachweislich einen besonderen therapeutischen Nutzen hat.
Ich würde den Saft deshalb nach Appetit, Verträglichkeit und dem übrigen Speiseplan auswählen. Manchmal passt er zum Frühstück, an einem anderen Tag eher als kleine Zwischenmahlzeit. Und wenn ich lieber einen Salat, eine Gemüsesuppe oder gedünstetes Gemüse essen möchte, ist das genauso wertvoll.
Gerade während einer Krebstherapie sollte nicht der Eindruck entstehen, man müsse jeden Tag einen bestimmten Saft trinken, um etwas richtig zu machen. Wenn der Appetit gering ist oder das Gewicht sinkt, können ausreichende Kalorien und Proteine wichtiger sein als ein kalorienarmer Gemüsesaft. In solchen Situationen ist eine individuelle Ernährungsberatung besonders hilfreich.
Ein wichtiger Hinweis für Menschen in einer Therapie
Während einer Krebstherapie kann die Immunabwehr zeitweise geschwächt sein. Frisch gepresste, nicht pasteurisierte Säfte und rohe Zutaten können dann ein erhöhtes Risiko für lebensmittelbedingte Infektionen darstellen. Besonders bei niedrigen weißen Blutkörperchen oder nach bestimmten Behandlungen sollte deshalb das behandelnde Team gefragt werden, ob rohe Säfte geeignet sind. Gründliches Waschen reduziert Risiken, beseitigt sie aber nicht vollständig.
Auch größere Mengen einzelner Zutaten, hoch konzentrierte Pflanzenextrakte oder Nahrungsergänzungsmittel können je nach Medikament und Behandlung problematisch sein. Das gilt insbesondere für Curcumin-Präparate und andere hoch dosierte Extrakte. Vor einer regelmäßigen Anwendung sollte man diese mit dem onkologischen Behandlungsteam besprechen.