Bildgebende Verfahren und Kontrastmittel

10.05.2026

Meine Erfahrungen mit Ultraschall, Mammografie, CT, MRT und Kontrastmitteln


Wenn man mit Brustkrebs lebt, lernt man ziemlich schnell eine ganze Reihe medizinischer Untersuchungen kennen. Von einigen hatte ich vorher noch nie gehört.

Heute gehören sie für mich zum Quartals Checkup, auch Staging genannt. Ich möchte euch hier einen Unterblick geben was die Unterschiede von allen sind: Ultraschall, CT, MRT, Mammografie oder auch Knochenszintigrafie. Diese Untersuchungen sind wichtig, um zu sehen, wie sich der Tumor entwickelt, ob Therapien wirken oder ob Metastasen aktiv sind oder bereits vernarbt.

Gerade bei meinen Lebermetastasen spielt die Bildgebung eine große Rolle. Deshalb habe ich mich intensiver damit beschäftigt und möchte hier meine Erfahrungen und Recherchen teilen.

Ultraschall – oft die erste Untersuchung

Der Ultraschall ist meistens der erste Schritt in der Diagnostik. Hausärzte oder Frauenärzte greifen sehr häufig darauf zurück, weil die Untersuchung schnell geht, keine Strahlenbelastung verursacht und relativ unkompliziert ist.

Mit einem guten Ultraschallgerät lassen sich schon kleine Veränderungen im Gewebe erkennen. Auch die Durchblutung eines Bereichs kann sichtbar gemacht werden, was wichtige Hinweise geben kann.

Im Laufe meiner Recherchen habe ich gelernt, dass es inzwischen verschiedene spezialisierte Ultraschallverfahren gibt, die ggfs. auch eine Alternative zu CT oder MRT darstellen.

3D-Ultraschall

Der 3D-Ultraschall (3D-Sonografie) spielt vor allem in der Brustdiagnostik eine große Rolle.

Dabei wird ein Knoten nicht nur flach dargestellt, sondern räumlich. Das hilft Ärzten, Wachstumsmuster besser zu erkennen.

Besonders interessant ist die sogenannte C-Ebene (coronare Ebene). Dort lassen sich typische Muster erkennen:

  • Ein Retraktionsmuster ist häufig typisch für bösartige Tumoren.
  • Ein Kompressionsmuster spricht eher für gutartige Veränderungen.

Außerdem kann der 3D-Ultraschall helfen, Stanzbiopsien genauer zu planen.

Kontrastverstärkter Ultraschall (CEUS)

Ein Verfahren, das ich besonders spannend finde, ist der kontrastverstärkte Ultraschall (CEUS).

Dabei wird ein spezielles Ultraschall-Kontrastmittel verwendet, um die Durchblutung eines Tumors sichtbar zu machen.

Der große Vorteil:
Diese Methode kommt ohne Strahlenbelastung aus.

Sie kann helfen zu beurteilen:

  • ob ein Tumor eher gutartig oder bösartig ist
  • wie stark er durchblutet ist
  • ob eine Therapie wirkt

Gerade bei der Therapiekontrolle gewinnt dieses Verfahren immer mehr Bedeutung.

Weitere Ultraschallverfahren

Neben dem klassischen Ultraschall gibt es noch einige weitere Methoden.

Elastografie misst zum Beispiel die Steifigkeit von Gewebe. Tumoren sind häufig härter als gesundes Gewebe.

Beim Doppler-Ultraschall wird die Durchblutung sichtbar gemacht.

Eine weitere Technik ist das Tomographic Ultrasound Imaging (TUI). Dabei wird der Tumor schichtweise dargestellt, ähnlich wie bei einer Computertomografie.

Mammografie

Die Mammografie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust und gehört zur Standarddiagnostik bei Brustkrebs.

Sie wird eingesetzt zur:

  • Früherkennung, Abklärung von Knoten, Verlaufskontrolle

Ein Vorteil der Mammografie ist, dass sehr kleine Verkalkungen sichtbar werden können, die im Ultraschall manchmal nicht erkennbar sind.

Computertomografie (CT)

Die Computertomografie (CT) ist bei vielen Krebsarten eine wichtige Standarduntersuchung.

Dabei werden mithilfe von Röntgenstrahlen Schichtbilder des Körpers erstellt. Je nach Fragestellung wird nur ein bestimmter Bereich untersucht, zum Beispiel:

  • Brustkorb
  • Bauchraum
  • Becken
  • oder der ganze Körper

Der Nachteil des CT ist die Strahlenbelastung. Deshalb wird immer abgewogen, wann eine Untersuchung wirklich notwendig ist.

MRT – besonders wichtig bei Metastasen im Gewebe

Das MRT (Magnetresonanztomografie) arbeitet ohne Röntgenstrahlen. Stattdessen werden starke Magnetfelder genutzt.

Gerade bei Lebermetastasen ist das MRT oft besonders aussagekräftig.

Damit lassen sich sehr gut darstellen:

  • Weichteilgewebe
  • Tumoren
  • Therapieeffekte
  • Narbengewebe

Viele Veränderungen sind im MRT deutlich besser sichtbar als im CT.

Wie vernarbte Metastasen im MRT aussehen

Wenn Metastasen gut auf eine Therapie reagieren, können sie sich verändern und teilweise vernarben.

Typische Hinweise darauf sind:

  • kaum oder keine Kontrastmittelaufnahme
  • ungleichmäßige Struktur, wie eine Narbe
  • normale Diffusion
  • kleinere Größe


Spezialfall Lebermetastasen

Bei Leberuntersuchungen wird häufig ein spezielles leberspezifisches Kontrastmittel verwendet.

Diese Untersuchung nennt sich:

Leber-MRT mit hepatobiliärem Kontrastmittel

Damit können Radiologen sehr gut unterscheiden zwischen:

  • aktiven Tumorherden, Narbengewebe, Therapieeffekten

Wenn ein MRT keine klare Antwort gibt

Manchmal bleibt ein Befund trotzdem unklar.

Dann kann eine zusätzliche Untersuchung helfen, zum Beispiel ein PET-CT.

Dabei wird sichtbar gemacht, wie aktiv der Stoffwechsel eines Tumors ist.

Aktive Tumoren haben meist einen sehr hohen Zuckerstoffwechsel und leuchten im PET deutlich auf.

Kontrastmittel bei CT und MRT

Bei vielen Untersuchungen wird ein Kontrastmittel verwendet.

Diese Mittel helfen dabei, Gewebe, Organe und Blutgefäße besser sichtbar zu machen.

Es gibt zwei Haupttypen:

Beim CT: jodhaltiges Kontrastmittel

Beim MRT: gadoliniumhaltiges Kontrastmittel

Das Kontrastmittel wird meist über eine Vene gespritzt.

Viele Patienten berichten dabei über ein kurzes Wärmegefühl oder einen metallischen Geschmack, der aber schnell wieder verschwindet.

Warum Kontrastmittel wichtig sind

Kontrastmittel können die Diagnose deutlich verbessern.

Sie helfen zum Beispiel dabei:

  • Tumoren besser sichtbar zu machen
  • kleine Metastasen zu erkennen
  • Entzündungen zu unterscheiden
  • Blutgefäße darzustellen
  • Therapien genauer zu planen

Gerade bei der Therapiekontrolle von Metastasen spielen sie eine wichtige Rolle.

Kritik an Kontrastmitteln

Langfristig relevante Risiken durch Kontrastmittel betreffen vor allem nicht die akuten, kurzfristigen Reaktionen wie Wärmegefühl oder Übelkeit, sondern bestimmte seltene, aber medizinisch ernst zu nehmende Belastungen, die sich vor allem bei wiederholter Anwendung und bestehenden Vorerkrankungen zeigen können.

Bei jodhaltigen CT-Kontrastmitteln steht dabei insbesondere die mögliche Belastung der Nieren im Vordergrund. In seltenen Fällen kann es zu einer sogenannten kontrastmittelassoziierten Verschlechterung der Nierenfunktion kommen, vor allem wenn bereits eine eingeschränkte Nierenleistung, Diabetes oder ein schlechter Flüssigkeitshaushalt bestehen. Diese Veränderung zeigt sich typischerweise innerhalb von ein bis drei Tagen nach der Untersuchung und ist nicht von der Anzahl der CTs im Sinne einer festen Schwelle abhängig, sondern von der individuellen Risikosituation und der Gesamtdosis über Zeit.

Bei MRT-Kontrastmitteln auf Gadolinium-Basis ist das wichtigste langfristige Diskussionsthema die mögliche Ablagerung kleiner Mengen des Stoffes im Körper, insbesondere im Gehirn und in anderen Geweben. Auch wenn bisher kein klarer klinischer Schaden bei Menschen mit normaler Nierenfunktion nachgewiesen wurde, wird dieser Befund in der Forschung weiter beobachtet und als theoretisches Langzeitrisiko diskutiert. Ein ernstes, aber sehr seltenes Risiko besteht zudem bei schwer eingeschränkter Nierenfunktion in Form einer sogenannten nephrogenen systemischen Fibrose, einer bindegewebsartigen Erkrankung, die praktisch nur bei stark vorgeschädigten Nieren auftreten kann.

Insgesamt hängt das Risiko also nicht von einer bestimmten Anzahl an CT- oder MRT-Untersuchungen ab, sondern vielmehr von der individuellen körperlichen Ausgangslage, insbesondere der Nierenfunktion, der Gesamtexposition über längere Zeit und der Notwendigkeit der jeweiligen Diagnostik. Bei stabiler Nierenfunktion gelten die langfristigen Risiken insgesamt als sehr gering, werden aber bei wiederholter Bildgebung und chronischer Erkrankung sorgfältig mitgedacht.

Welche Laborwerte vor CT oder MRT geprüft werden und mitgebracht werden müssen

Wenn Kontrastmittel verwendet werden, werden manchmal vorher bestimmte Laborwerte kontrolliert.

Am wichtigsten ist die Nierenfunktion. Dafür werden meist Kreatinin und GFR Werte bestimmt. 

Da Kontrastmittel über die Nieren ausgeschieden werden, ist es wichtig, dass die Nieren ausreichend arbeiten.

Bei CT-Untersuchungen mit jodhaltigem Kontrastmittel können außerdem Schilddrüsenwerte relevant sein. Dazu gehören: TSH, T3, T4

Gerinnungswerte (bei bestimmten MRT/CT-Eingriffen)

INR, aPTT, Thrombozyten. Wenn bioptische Eingriffe, Angiographie oder Kontrastmittelinjektionen geplant sind, müssen Gerinnungsstörungen ausgeschlossen werden.

Auch Allergien gegen Kontrastmittel sollten unbedingt vorher angegeben werden.

Bei den meisten Untersuchungen solltest du vorher nüchtern bleiben, informiere dich bitte, ob das bei deiner Untersuchung der Fall ist.

Ausleitung von Kontrastmitteln

Ich habe mich gefragt, wie ich nach einer Untersuchung, Kontrastmittel möglichst schnell wieder aus dem Körper bekommt.

Der wichtigste und einfachste Punkt ist tatsächlich: ausreichend trinken.

Viele Ärzte empfehlen nach der Untersuchung etwa 2 bis 3 Liter Flüssigkeit, damit die Nieren das Kontrastmittel schneller ausscheiden können. Ich trinke bestimmt 4 Liter an dem Tag.

Naturheilkundliche Ansätze zur Ausleitung

In der Naturheilkunde werden verschiedene Mittel zur sogenannten "Ausleitung" empfohlen, die ich selbst nutze.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • spagyrische Tropfen oder Sprays, z.B. Central Apotheke
  • homöopathische Globuli
  • pflanzliche Präparate

Einige Therapeuten arbeiten auch mit sogenannten Nosoden, die auf dem verwendeten Kontrastmittel basieren:

  • WALA Globuli velati: Diese Globuli werden oft zur Unterstützung der körpereigenen Entgiftung empfohlen. Sie sollen die Schleimhautaufnahme der Wirkstoffe verbessern und können in Kombination mit anderen Methoden zur Entgiftung eingesetzt werden.
  • Phytotherapeutika als Ergänzung: Präparate wie Chlorella, Bärlauch, Knoblauch, Korianderkraut oder Spirulina-Algen werden als natürliche Chelatoren angesehen und können die Ausleitung unterstützen. Allerdings sollte bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen) Vorsicht walten.

Wichtige Hinweise

  • Die Chelattherapie mit Substanzen wie Zn-DTPA oder Ca-DTPA (verschreibungspflichtig) ist in der Praxis nachweisbar wirksamer und wird von erfahrenen Therapeuten bei schweren Fällen eingesetzt.

Homöopathische Globuli zur "Ausleitung" von Strahlenbelastung werden von einigen Anbietern und Heilpraktikern als Mittel zur Prävention oder Linderung von Strahlenbelastung beworben. Zu den genannten Mitteln gehören Radium (z. B. Radium bromatum) und Kalium Jodatum, die nach homöopathischer Theorie bei Strahlenschäden helfen sollen. So wird Radium in der Potenz C10.000 als "unerlässliches Begleitmittel" für Menschen in Reaktoren empfohlen, und Kalium Jodatum wird als homöopathisches Äquivalent zu Jodtabletten bei akuter radioaktiver Belastung angepriesen.

Für viele dieser Methoden gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Belege.

Zeolith und Medikamente

Manche Menschen verwenden auch Zeolith, ein Mineral mit poröser Struktur.

Es kann im Darm bestimmte Stoffe binden, damit diese ausgeschieden werden.

Allerdings gibt es dabei einen wichtigen Punkt: Zeolith kann auch Medikamente binden.

Deshalb sollte man unbedingt mindestens zwei bis drei Stunden Abstand zur Einnahme von Medikamenten einhalten.

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